Tiernaturheilpraxis • Beatrix Fenderich • Tierheilpraktikerin

 

Artikel zur Tiergesundheit...

 

Gesunde, natürliche Winterfütterung für Pferde

Wenn Sie Ihrem  Pferd etwas Besonderes bieten möchten und zusätzlich den Viamin- und Nährstoffbedarf im Winter optimal decken wollen, empfehlen sich folgende Leckereien zusätzlich zum Grundfutter und alternativ zu fertigen, handelsüblichen Vitamin- und Mineralstoffmischungen:

  • Hagebuttenschalen, ganz oder zerkleinert enthalten viel Vitamin C
  • Frisches Obst und Gemüse: Äpfel, Möhren, Rote Beete sind nicht nur gesund, sondern auch lecker
  • Getrocknete Brennnesseln enthalten besonders viele Mineralstoffe
  • Andere getrocknete Kräuter z.B. Schafgarbe, Pfefferminze, Spitzwegerich, Mädesüß, Salbei Weißdorn und Kamille sind ebenso eine gute Futterergänzung, sollten aber nur sparsam und zeitweilig verwendet werden (Heilkräuter).
  • Als Knabberei und zur Beschäftigung eignen sich getrocknete, belaubte Zweige von  Pappel, Weide, Birke, Kirsche (oder anderes Obstholz), Haselnuss oder Hainbuche. Alternativ sind auch dicke Äste bzw. Stammstücke zum Beknabbern gut geeignet.

 Selbstverständlich sollten die empfohlenen Futterergänzungen nur in geringen Mengen zugefüttert werden.

  

 

Fit in den Frühling

Geht es Ihnen auch so? Kaum scheint die Sonne ein paar Stunden am Tag und die Temperaturen steigen auf 10 – 15 °C über Null, möchten wir wieder raus in die Natur, frische Luft atmen, aktiv sein, Wandern, Radfahren, Joggen - und der Hund soll natürlich dabei sein…!

Wie bei uns Menschen müssen Muskulatur, Atmung und Kondition aber auch beim Hund für sportliche Leistungen erst antrainiert werden.

 Was gibt es also zu beachten:

Beim Jogging mit kurzen Strecken beginnen, viele Pausen machen, die Anforderungen langsam steigern. Die Bedürfnisse des Hundes (schnuppern, spielen, markieren) beachten und sowohl ausreichendes Trinken wie auch Kotabsatz ermöglichen. Wählen Sie bevorzugt Strecken, auf denen Ihr Hund frei (ohne Leine) mitlaufen kann.

Radfahren mit Hund will von beiden Beteiligten gelernt sein. Unbedingte Voraussetzung ist die Beherrschung der Grundkommandos seitens des Hundes. Beginnen Sie damit, beim Spaziergang das Fahrrad mit zu schieben. Benutzen Sie aus Sicherheitsgründen die im Fachhandel angebotenen speziellen Vorrichtungen, um den Hund sicher am Fahrrad mitzuführen und befestigen Sie niemals die Leine am Lenker.

Das Tempo soll jeweils dem Hund angepasst werden. Der Hund soll entspannt am Fahrrad „traben“, niemals rennen oder große Sprünge machen müssen. Das Traben entspricht dem natürlichen „Energiesparmodus“ bei der zügigen Fortbewegung des Hundes.

Der Hund hat es beim Sport lieber etwas kühler – deshalb die Früh- und Abendstunden bevorzugen. Immer zuerst im langsamen Tempo und mit kleinen, kurzen sportlichen Einlagen beginnen, diese langsam steigern. Nach dem Sport wieder langsam gehen und „auslaufen“ lassen, damit der Kreislauf sich wieder anpassen kann.

Weniger ist mehr – jede Übertreibung führt zwangsläufig zur Überbelastung und kann damit nachhaltige Schäden am Bewegungsapparat oder Herz- Kreislaufsystem verursachen.

Nach dem Sport füttern – niemals vorher. Zur Verdauung braucht der Hund vor allem Ruhe.

Ich wünsche Ihnen und Ihrem Hund eine schöne, entspannt aktive Sommerzeit!

 

 

Pfotenpflege im Winter

Gerade im Winter sollten wir auf die Pfoten unserer Hunde und Katzen besonders achten. Frostige Kälte und mit Salz gestreute Straßen, aber auch die trockene Heizungsluft können ihnen sehr zu schaffen machen. Trockene, rissige Ballen und entzündete Zehenzwischenräume verursachen Schmerzen, verleiden den täglichen Spaziergang bei Winterwetter und beeinträchtigen das Wohlbefinden unserer Vierbeiner.

  Hier einige Tipps für die Pfotenpflege im Winter:

  • Lassen Sie Ihren Hund möglichst auf ungestreuten Wegen gehen oder zwischendurch immer wieder durch den Schnee oder Gras laufen. Schnee und Eis schaden gesunden, gut durchbluteten Hundepfoten nicht.
  • Nach dem Spaziergang über Salz- oder Granulat gestreute Wege hilft reichlich zimmerwarmes Wasser um Salz, Schmutz und Granulatsplitter abzuwaschen. Danach abtrocknen und gut nachtrocknen lassen.
  • Wenn Sie Pfotensalbe benutzen möchten, achten Sie auf natürliche Inhaltstoffe. Reines Kokosöl z.B. hat eine zähe Konsistenz, lässt sich gut auftragen und ist besonders verträglich. Tragen Sie die Salbe vor dem Spaziergang auf die Ballen, Zwischenräume und die Pfotenoberseite auf. In der Wohnung brauchen die Pfoten Luft zum Trocknen.
  • Verzichten Sie möglichst auf „Hundeschuhe“. Sie sind selten wasserdicht und lassen auch den natürlichen Pfotenschweiß nicht verdunsten. Das kann dazu führen, dass sich die feucht gewordenen Zehen in den Hundeschuhen aneinander wund reiben.
  • Es wird immer wieder empfohlen, die Haare zwischen den Ballen zu schneiden. Davon möchte ich jedoch dringend abraten! Die gekürzten Resthaare verhärten leicht und reizen beim Nachwachsen mit ihren stumpfen Enden die Haut in den Ballenzwischenräumen.

Wellness - Pfotenmassage:

  • Gönnen Sie Ihrem vierbeinigen Liebling am besten einmal täglich in Ruhe eine sanfte Pfotenmassage. Streichen Sie dabei mit Ihren Händen mehrmals in Fellrichtung vom Gelenk hin zu den Zehenspitzen (auch auf der Rückseite der Pfoten), und massieren Sie jeden einzelnen Ballen in kleinen, kreisförmigen Bewegungen mit Ihrer Fingerkuppe. Das entspannt, wärmt, sorgt für eine gute Durchblutung und damit für geschmeidige, gesunde Pfotenballen. Sie gewöhnen Ihren Hund oder Ihre Katze bald an diese Wellness-Behandlung, indem Sie mit kleinen, kurzen Einheiten beginnen und stets respektieren, wenn Ihr Tier zeigt, dass es genug hat oder die Pfote wegzieht.

 

 

Medizinische Blutegel (Hirudo medicinalis, H. verbana, H. orientalis)

Weltweit sind über 600 Arten von Blutegeln bekannt, von denen etwa 15 Arten medizinisch eingesetzt werden. In Europa werden am häufigsten Hirudo medicinalis , Hirudo verbana und Hirudo orientalis in der Medizin zur Behandlung verschiedener Krankheiten verwendet.

Die Blutegel gehören zu den Ringelwürmern (Annelida) und sind mit dem Regenwurm verwandt. Die skelettlosen Zwitter sind ausgewachsen ca. 5-10 cm lang, wiegen hungrig 1-3 Gramm und haben im entspannten Zustand einen Durchmesser von 1 cm. Bei Streckung können sie sehr dünn werden und 20 cm Länge erreichen. Ihre Form ist oval und verjüngt sich zu beiden Enden, an denen sich jeweils ein starker Saugnapf befindet. Am vorderen Ende befindet sich ein dreiteiliger Kiefer, der mit 80 winzigen Kalkzähnchen besetzt ist und eine Y- förmige Wunde hinterlässt. Dahinter sitzen 5 schwarze Augenpaare auf dem Rücken des Egels. Die Atmung erfolgt über die Haut. Blutegel ernähren sich ausschließlich von Blut.

Herkunft / Zucht

Natürliche Lebensräume der in Europa medizinisch verwendeten Blutegel sind die schlammigen Uferregionen sauberer, naturbelassener Gewässer mit vielen Wasserpflanzen und sind mittlerweile nur noch in wenigen Gebieten mit unbelasteten Gewässern zu finden. Sie stehen in vielen Ländern unter Artenschutz und dürfen ohne „Cites- Bescheinigung“ nicht gesammelt und ausgeführt werden.

Westeuropas größter Blutegel-Zuchtbetrieb steht in Biebertal bei Gießen. Weitere Zuchtbetriebe gibt es z. B. in Potsdam, in Frankreich und in der Türkei.

In Deutschland ist eine Herstellgenehmigung nach §13 Absatz 1 des Arzneimittelgesetzes für die Produktion eines lebenden Arzneimittels nötig.

Bezugsquelle

Als „Arzneimittel“ im Sinne des Arzneimittelgesetzes ist der medizinische Blutegel rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Von der Anwendung ohne entsprechende medizinisch- therapeutische Grundkenntnisse ist jedoch abzuraten. Apotheken beziehen die Blutegel entweder direkt aus den Blutegelzuchten oder über Vertriebsgesellschaften, die sowohl inländische Zucht- als auch Importegel anbieten.

Therapeutischer Einsatz

Die Blutegeltherapie gehört zu den ältesten Heilmethoden in der überlieferten Medizingeschichte.  In Europa war die Blutegeltherapie seit der Antike bis ins 19. Jh. hinein ein unverzichtbarer Bestandteil der ärztlichen Therapie, aber auch immer Bestandteil der Volksmedizin. Zuletzt (um Mitte des 19. Jahrhunderts) war die Blutegeltherapie so populär, dass die Ausrottung der Tiere drohte. Danach verschwanden die Blutegel und mit ihnen die Therapie vorübergehend fast vollständig in Europa.

Seit einigen Jahren werden wieder Blutegel in der Humantherapie eingesetzt, vor allem im Bereich der plastischen und rekonstruktiven Chirurgie, wobei die Egel nach Transplantationen von Haut- oder Körperteilen für den Erhalt des Blutflusses sorgen, sodass die Reimplantate nicht abgestoßen werden oder absterben.

In der Alternativmedizin werden Blutegel überwiegend zur Behandlung von Arthrose, bei Rheuma und  bei Thrombosen eingesetzt. Aktuell gibt es eine Studie zum Einsatz von Blutegeln bei chron. Rückenschmerzen unter der Leitung von Prof. Dr. med. Andreas Michalsen im Immanuel Krankenhaus, Berlin.

Die Blutegelbehandlung im Humanbereich ist nur Ärzten und nach §1 HPG zugelassenen Heilpraktikern erlaubt. Die Berechtigung zur  Blutegeltherapie bei Tieren unterliegt keiner gesetzlichen Einschränkung. Beim Einsatz müssen jedoch die Bestimmungen des Tierschutzgesetz und Arzneimittelgesetz berücksichtigt werden.

Die Blutegeltherapie gehört zu den invasiven (gewebsverletzenden) Therapien und es sollten vor dem Einsatz der Blutegel immer andere, nicht- invasive Behandlungsmöglichkeiten in Betracht gezogen werden.

In der Tierheilkunde werden die Blutegel überwiegend bei Erkrankungen des Bewegungsapparates eingesetzt, aber auch schlecht heilende Wunden, Hauterkrankungen und Abszesse können mit Blutegeln behandelt werden. Zur veterinärmedizinischen Anwendung von Blutegeln liegen bisher die meisten Erfahrungen mit Pferden, Hunden, Katzen und Nagetieren vor.

Wirkungsweise

In den letzten 100 Jahren ist die Blutegeltherapie zum Gegenstand intensiver Forschung geworden. Daher weiß man nun, dass nicht nur der schonende „Aderlass“ durch den Blutegel für Erleichterung in Fülle- und Schmerzzuständen sorgt, sondern dass zusätzlich viele Wirkstoffe im Speichel des Blutegels für die heilende Wirkung bedeutsam sind. Sie greifen in den in die komplizierten Gerinnungsvorgang des Blutes ein, können Thromben auflösen, fördern die Durchblutung und den Lymphfluss und weisen entzündungshemmende sowie schmerzreduzierende Wirkungen auf. Von den mehr als dreißig vermuteten Inhaltsstoffen des Blutegelspeichels sind bisher erst einige konkret benannt und erforscht. Die wichtigsten sind

Hirudin - wirkt blutgerinnungshemmend und sorgt dafür, dass das Blut während des Bisses fließfähig bleibt.

Calin /Saratin - wirkt ebenfalls gerinnungshemmend, aber weitaus länger als Hirudin und sorgt für eine anhaltende Reinigung der Wunde und des umliegenden Gewebes durch ausgiebiges Nachbluten

Hyalonidase/ Orgelase -  erhöht die Durchlässigkeit des Gewebes, sodass die heilenden Wirkstoffe leichter durch die Zell- und Gefäßwände ins Innere gelangen. Sie wirken außerdem leicht antibiotisch.

Acetylcholin/ Histamin - erweitert die Gefäße

Destabilase - wirkt antibakteriell und kann Zellwände auflösen

Egline, Bdellin, Apyrase, Kollagenase und andere - wirken auch gerinnungshemmend, entzündungshemmend, krampflösend und teilweise wachstumsfördernd auf bestimmte Teile von Nervenzellen.

Möglicherweise sind noch weitere schmerzstillende Substanzen im Blutegelspeichel enthalten.

Die meisten Inhaltsstoffe des Blutegelspeichels sind in ihrer konkreten Wirkung noch unerforscht. Daher ist eine gleichzeitige homöopathische Behandlung wegen möglicher Wechselwirkungen nicht empfehlenswert.Eine homöopathische Behandlung kann jedoch der Blutegelbehandlung folgen oder vorangehen. 

Indikationsbereiche

In der Tierheilkunde können Blutegel bei vielen akuten und chronischen, vor allem schmerzhaften Entzündungen im Bewegungsapparat, bei allen Formen von Gelenkentzündungen, Arthrosen, Bänder- und Sehnenentzündungen, Nervenentzündungen und Traumen eingesetzt werden.

Ebenso bei Abszessen, Thrombosen, schmerzhaften Hautentzündungen, Hämatomen, schlechter Wundheilung und postoperativer Narbenbildung,  also überall dort, wo eine Anregung der Gewebedurchblutung und des Lymphabflusses, die Auflösung von Verhärtungen und Abtransport von Ablagerungen, die Nervenregeneration und die damit verbundene Schmerzreduktion gewünscht werden. Dabei sind Behandlungen im Akutzustand besonders erfolgreich.

Bei degenerativen Gelenkerkrankungen wie Arthrose, Spondylose, Spat, kann die Blutegelbehandlung nicht den pathologischen Zustand (Röntgenbild) verändern, nimmt aber die Schmerzhaftigkeit der Begleitumstände.  

Anwendung

Pro Behandlung werden je nach Erkrankung und Größe des Patienten 1 bis 8 Egel benötigt. Die vorbereiteten und in klarem Wasser gesäuberten Egel werden einzeln mit oder ohne Hilfsmittel an die gewünschte Hautstelle angesetzt. Eine Rasur des Hautbezirks ist nicht notwendig, da die Egel auch durch dichtes Fell an die Hautoberfläche vordringen können. Der Blutegel heftet sich mit dem hinteren Saugnapf an der Haut / dem Fell des Tieres an und sucht mit dem vorderen Teil nach einer geeigneten Saugstelle. Hat er diese gefunden, saugt er sich mit dem vorderen Saugnapf fest und beginnt mit seinen speziellen Mundwerkzeugen die Haut aufzuritzen. Der Biss selbst ist wenig schmerzhaft, etwa vergleichbar mit einem Mückenstich oder der Berührung mit einer Brennnessel, und wird von den Tieren meist gut ertragen. Das aufgesaugte Blut wird im Egelkörper direkt eingedickt und das enthaltene Wasser über die Haut ausgeschieden. Nach 20 Min. bis 2 Stunden ist der Blutegel vollgesogen, löst sich selbst von der Bißstelle ab und lässt sich fallen. In der Zeit sollte das behandelte Tier möglichst ruhig stehen oder liegen bleiben. Oft dösen die Patienten in dieser Zeit.

Der Wirkungsradius des Egelbisses beträgt etwa 5-10 cm im umliegenden Gewebe (auch in die Tiefe). Die reinigende Nachblutung kann ein bis acht Stunden dauern (beim Menschen bis zu 24 Stunden). Danach bildet sich eine Kruste auf der Wunde.

Der Blutentzug beträgt pro Egel durchschnittlich 35 - 40 ml incl. Nachblutung. Die Nachblutung muss zugelassen werden; ein lockerer Verband aus saugfähigem Material ist bei Bedarf möglich. Während der Nachblutung darf sich das Tier bewegen.

In akuten Zuständen ist nach der Blutegelbehandlung eine (manchmal vorübergehende) Spontanverbesserung möglich. Bei chronischen und degenerativen Erkrankungen ist eine langsame aber stetige Verbesserung wahrscheinlicher. Oft sind mehrere Behandlungen in immer größer werdenden Abständen notwendig.

Die Blutegel müssen nach der Anwendung getötet (in der Regel eingefroren) und ordnungsgemäß wie tiermedizinischer Abfall entsorgt werden, was vor dem Einsatz der Lebewesen bedacht werden sollte.

Da vor der Behandlung mögliche Kontraindikationen sorgfältig abgeklärt werden müssen und es während und nach der Blutegelbehandlung zu Komplikationen kommen kann, ist es ratsam, sich an einen geschulten Tiertherapeuten zu wenden.

Mögliche Komplikationen während und nach der Behandlung

Blutegel sind sensible Tiere, die empfindlich auf Umgebungsreize reagieren und unter Umständen trotz aller Bemühungen nicht beißen.

Bakterien auf der Oberfläche und im Magen des Egels können zu Wundinfektionen führen. Der Egel darf während des Saugens nicht gewaltsam abgenommen oder verletzt werden.

Juckreiz und Schwellungen an der Bißstelle, Narbenbildung, allergische Reaktionen und eine sog. „Erstverschlimmerung“ sind möglich.

Durch Verunreinigung der Wunde kann es zu Sekundärinfektionen kommen. Kratzen, scheuern und belecken der Wunde, insbesondere die Entfernung der Kruste soll daher vermieden werden.

Durch Arterienverletzung oder eine Gerinnungsstörung kann es zu unkontrollierbaren Blutungen kommen.

Kontraindikationen

Bei folgenden Erkrankungen oder Zuständen darf eine Blutegelbehandlung nicht angewendet werden:

Anämien, Hämophilie (Blutegerinnungsstörung), Herabsetzung der Blutgerinnung durch Medikamente(!), Wundheilungsstörungen, Allergieneigung (bes. bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Blutegel- Inhaltsstoffe), Diabetes mellitus, Krebs, Immunschwäche, Abmagerung, Fieber, schlechter Allgemeinzustand.

Fazit

Die Blutegelbehandlung wird bei Entzündungen und zur Schmerzreduktion auch bei Tieren mit gutem Erfolg eingesetzt, ist aber nicht ohne Risiken. Die Patientenhalter müssen genau und detailliert über die Behandlung aufgeklärt werden. Zu bedenken ist auch, dass Blutegel Lebewesen sind, die nach dem Einsatz getötet werden müssen. In jedem Fall ist es ratsam, sich an einen geschulten Therapeuten zu wenden.

Quellen:

Anke Henne, Blutegeltherapie bei Tieren ISBN 987-3-941706-28                                                               Artikel der CO MED, Fachmagazin für Complementär-Medizin, Ausg. 4/13                                                   Bibertaler Blutegelzucht                                                                                                                                    Arzneimittel Medirud® Biebertal Packungsbeilage (Gebrauchsinformation)                                                    Hirudo ANIMALPHARMA Gebrauchs- und Fachinformation                                                                         wikipedia                                                                                                                                                                Seminar „Blutegel- Therapie“ Dorn-Therapiezentrum, Pulheim

 

Zum weiterlesen:

www.tierhomoeopathie-ausbildung.de/wissenswertes/hausmittel-datenbank.html

 

 

Entwurmung beim Pferd…

Über die Notwendigkeit einer Neuorientierung 

Seit den 40er Jahren gibt es die Empfehlung zur regelmäßigen Entwurmung der Pferde. Damals war der Befall mit großen Strongliden (Palisadenwürmern), die  die Pferdegesundheit gefährdeten und sogar zum Tode führen konnten, sehr gefürchtet. Seit den 60er Jahren wurden nach und nach wirksame Präparate (Pyrantel, Ivermectin, Moxidectin) entwickelt,  die dazu führten, dass die großen Strongliden nahezu ausgerottet werden konnten.

Neuere Untersuchungen des Institut für Parasitologie, Vetsuisse Fakultät, Universität Bern und Zürich haben jedoch ergeben, dass bis heute der Befall mit kleinen Strongliden (die weniger gesundheits-gefährlich sind als die großen Strongliden) stark zugenommen hat. Ähnliches wurde auch an Askariden (Spulwürmern) bei Jungtieren beobachtet  -  und das obwohl noch immer die Empfehlung der 4x jährlichen Entwurmung gilt, möglichst mit wechselnden Wirkstoffen. Wie kann das sein?

Es ist mittlerweise wissenschaftlich unbestritten, dass die regelmäßige Entwurmungspraxis zu Resistenzen (Widerstandsfähigkeit) der kleinen Strongliden gegen die empfohlenen Wirkstoffe geführt hat. Laut einem Artikel der Zeitschrift VETimpulse 11/2010 ist in einigen Nachbarländern die routinemäßig vorbeugende Entwurmung bereits verboten. Dennoch wird bei uns häufig noch die „althergebrachte“ Entwurmungspraxis empfohlen und vielerorts sogar vehement darauf bestanden. Durch eine nachfolgende Kotuntersuchung könnte geprüft werden, ob die Entwurmung überhaupt erfolgreich war, was aber in den wenigsten Ställen praktiziert wird.

Die Notwendigkeit einer Neuorientierung bei der Entwurmungspraxis erkannte bereits vor einigen Jahren Tierärztin Dr. Anne Becher und Professor Kurt Pfister, Leiter des Instituts für Vergleichende Tropenmedizin und Parasitologie der Veterinärmedizinischen Fakultät an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie empfehlen die selektive Entwurmung, bei der viermal jährlich eine Kotprobe aller Tiere des Bestandes untersucht wird. Dabei sollen die Parasiten identifiziert und die Stärke des Befalls festgestellt werden. Nur die Tiere, bei denen die Ausscheidung von Parasitenlarven eine festgelegte Grenze überschreitet, werden gezielt entwurmt. Damit werden Resistenzentwicklungen eingedämmt, Parasiten gezielt bekämpft und den Pferden unnötige chemische Medikamentenbelastungen erspart.

 Aus ganzheitlicher, naturheilkundlicher Sicht wissen wir, und das wurde durch viele Untersuchungen belegt,  dass absolute Wurmfreiheit beim Tier auch bei häufigen, chemischen Entwurmungen nicht erreichbar ist. Wir wissen auch, dass vor allem Jungtiere und ältere oder immunschwache Tiere von Würmern befallen werden. Jungtiere, die Kontakt mit Würmern hatten, können eine Widerstandsfähigkeit gegen diese Parasiten entwickeln. Die vom Immunsystem gebildeten Antikörper sorgen dann dafür, dass der Wurmbefall so gering bleibt, dass keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen entstehen. Zu frühe und zu häufige Entwurmungen verhindern die ausreichende Bildung von Antikörpern. Die logische Folge kann dann häufige und starke Verwurmung und damit Wurmkrankheit beim erwachsenen Tier sein.

Wir wissen, dass die Parasiten verschiedene Stadien durchlaufen bis es zur Infektion (Ansteckung) kommen kann. Wurmeier und infektiöse Larven werden durch den Kot befallener Tiere ausgeschieden. Die Larven wandern aus dem Kot aus und werden mit dem Weidegras, auch von anderen Tieren, wieder aufgenommen. Durch Studien der Universitäten in München und Gießen ist belegt, was wir aus Erfahrung schon längst wissen: Dass regelmäßige Weidehygiene, sprich mindestens 2x wöchentliches Abäppeln (Absammeln von Kot) der Weide und tägliches Ausmisten der Ställe die Infektionsgefahr stark eindämmt.

Und nicht zuletzt wissen wir, dass nur das Vorhandensein von Würmern keine Krankheit bedeutet. Tatsächlich wird durch schwachen Wurmbefall das Immunsystem angeregt, sich mit den Parasiten auseinanderzusetzen und Widerstandsfähigkeit bei ausgezeichneter Gesundheit zu erreichen. Stärkerer  Wurmbefall kann zu Verdauungsstörungen, Leistungsschwäche, Abmagerung und Fellstörungen führen.  Hier kann eine gezielte Wurmkur durchaus angebracht sein. Häufige und zu hoch dosierte Wurmkuren können jedoch ebenso Gesundheitsschäden verursachen, besonders bei sehr empfindlichen oder stark geschwächten Tieren. Es gilt deshalb abzuwägen, ob und wie häufig eine chemische Wurmkur notwendig ist oder naturheilkundliche Mittel ausreichen um das Immunsystem zu entlasten und zur Gesundheit zurückzuführen.

Häufiger und wiederkehrender Wurmbefall beim erwachsenen Pferd kann auf eine grundlegende Störung des Immunsystems hindeuten. Hier können evtl.  Änderung der Haltungsbedingungen verbunden mit einer naturheilkundlichen Behandlung zur Förderung der allgemeinen Gesundheit  nutzbringend sein.

…und beim Hund? 

Grundsätzlich sind alle oben erwähnten Erkenntnisse auf die Gesundheit der Hunde übertragbar. Auch Hunde werden von Würmern befallen und auch hier kann es keine absolute Wurmfreiheit geben. Auch das Immunsystem der Hundewelpen wird durch den natürlicherweise vorkommenden Kontakt mit den Parasiten angeregt, Abwehrkörper zu bilden um mit den Würmern fertig zu werden, ohne dass die Gesundheit beeinträchtigt wird. Und auch hier liegt die Vermutung nahe, dass zu häufige chemische Entwurmungen dem Immunsystem Schaden zufügen.

Dazu kommt, dass einige Hunde durch eine genetische Veranlagung extrem auf bestimmte chemische Medikamente reagieren, nicht selten mit tödlichem Ausgang. (Für diese Hunde kann selbst das Fressen von Pferdekot frisch entwurmter Tiere tödlich sein!)

Kotsammelproben über 3 Tage können Aufschluss über einen tatsächlichen Wurmbefall geben und eine sinnvolle, gezielte Parasitenbekämpfung möglich machen. Bei wiederkehrendem, starkem Wurmbefall ist abzuwägen, ob eine wiederholte chemische Wurmkur allein nutzbringend ist. Eine zusätzliche Prüfung Haltungsumstände und Ernährungsumstellung, verbunden mit einer naturheilkundlichen Behandlung, können langfristig zu einer stabilen Hundegesundheit zurückführen.

Zum weiterlesen:

www.selektive-entwurmung.com                                                                                                                     www.schroeders-agentur.de/medpdf2010/VetMedReport05_2010.pdf                                                 www.vetmed.uni-giessen.de/pharmtox/mdr1_defekt.html

  

Hundewissen...

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